In dem Wissen, dass die Zukunft eines Bereichs oder eines Projekts davon abhängt, was die Verantwortlichen heute tun, sollten diese ihr Handeln bewusst und strategisch steuern. Wie die Erfahrung aus vielen Beratungsprojekten und der Begleitung von Führungs- und Projektteams jedoch zeigt, unterscheidet sich die gängige Praxis erheblich von dem eben skizzierten Ideal: Der Druck des aktuellen Geschehens und operativer Tagesprobleme verleitet dazu, übergeordnete Fragestellungen aus dem Blick zu verlieren und vermeintliche Selbstverständlichkeiten gar nicht erst zu hinterfragen. Unternehmen und Führungskräfte neigen dazu sich ab und an in dysfunktionalen Kreisläufen zu verfangen.

Wenn wir von dysfunktionalen Kreisläufen sprechen, meinen wir damit die meist unbewusste Herstellung und Aufrechterhaltung von Zuständen und Verhältnissen, die als nicht zufriedenstellend empfunden werden. Manchmal werden diese Kreisläufe zu regelrechten Negativspiralen, in denen der mitunter beträchtliche Einsatz von Energie nicht mehr zur Stabilisierung des Systems sondern sogar zur Verschlimmerung von Zuständen führt. Es lässt sich häufig beobachten, dass das Zusammenspiel aller beteiligten Faktoren, ihre wechselseitige Abhängigkeit und gegenseitige Bedingung den Akteuren schlicht und einfach nicht bewusst ist. Im operativen Alltag gestaltet sich das Erkennen solcher Negativspiralen deshalb schwierig, weil die Beteiligten dazu neigen ihnen gegenüber in gewisser Hinsicht einfach blind zu werden.

Durch intelligentes Verlangsamen strategisch beschleunigen
Wie kann man nun intelligente Interventionen setzen, die das Erkennen solcher Spiralen ermöglichen oder gar forcieren? Eine wirksame Methode dazu stellt das Unterbrechen solcher Spiralen durch ein Strategisches Time-Out dar. Will man das Erkennen der Situation, der Gesamtzusammenhänge und der eigenen aktiv-beitragenden Rolle im vielschichtigen Zusammenspiel komplexer Organisationsrealität nicht dem Zufall, dem Aufbrechen eines Konflikts oder gar einer Krise überlassen, so muss man diese Momente des Erkennens bewusst herbeiführen. Es muss zu bewussten Unterbrechungen im Lauf der Dinge kommen, die Zeit und Raum zum Hinterfragen der Situation öffnen.

Wir führen mit unseren Kunden für Geschäftsbereiche und komplexe Projekte immer wieder anlassbezogen Strategische Time-Outs in der Dauer von 1 bis 2 Tagen durch. Auch außerhalb des fix terminierten Meeting-Kalenders.

Um in einer Zeit zunehmender Beschleunigung schneller das Richtige zu tun, braucht es zwischendurch paradoxerweise die Zeit der Verlangsamung und des Unterbrechens, um die Fragen der grundsätzlichen Orientierung und der übergeordneten Absicht in der Organisation zu spiegeln – um den Kurs aktualisieren und gegebenenfalls auch die Kraft für eine ungeplante und außerordentliche Anstrengung jederzeit aufbringen zu können. Wir unterstützen Sie dabei.

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